NUAGE

Schadstoffe zuverlässig filtern

Insbesondere Verkehrsflächen werden u.a. durch Abgase, Öle und Reifenabrieb verunreinigt. Die daraus freigesetzten Schwermetalle haften vorwiegend an kleinsten abfiltrierbaren Stoffen (AFS) an, wandern in den anstehenden Boden und können darüber hinaus in das Grund- oder Oberflächenwasser gelangen.Mit einer Kombination aus unterschiedlichen Geo-Verbundstoffen mit Filterfunktion wollen Forscher diese Stoffe künftig zurückhalten. Gleichzeitig soll der Lebenszyklus dieser Konstruktionen und Bauelemente vom Einbau über den Betrieb bis zum Rückbau und dem Recycling betrachtet werden.

Wenn es regnet und Niederschlag auf versiegelte Flächen trifft, wird das Wasser mit Schadstoffen aus Abgasen, Ölen und Reifenabrieb belastet. Da der Niederschlag oft keiner gesonderten Behandlung unterzogen wird, können diese kleinsten mineralischen, organischen und künstlichen Stoffe in den anstehenden, nicht versiegelten Boden und von dort ggf. auch in das Grundwasser gelangen. Zusätzlich können die im Niederschlagswasser gelösten Kohlenwasserstoffe in den natürlichen Wasserkreislauf eindringen.

Konstruktionen, mit denen der Gewässerschutz verbessert wird

In der Grundwasserverordnung ist geregelt, dass verhindert werden soll, dass diese Stoffe in das Grundwasser einsickern, da sie die Wasserqualität erheblich beeinträchtigen. In der Praxis existieren derzeit weitgehend nur bautechnisch komplexere Maßnahmen, die dafür geeignet wären. Wissenschaftler und Forscher wollen das ändern und haben das Projekt NUAGE ins Leben gerufen. Es sollen Konstruktionen entwickelt werden, mit denen der Boden-, Gewässer- und Grundwasserschutz verbessert wird.

Ziel der Forscher ist es, ein modulares System zur dezentralen Behandlung des Niederschlags auf Basis eines Geo-Verbundstoffes zu entwickeln. Damit sollen die schädlichen Stoffe gefiltert und die wasserlöslichen Kohlenwasserstoffe chemisch sorbiert werden. Gleichzeitig soll mit dem System eine dauerhaft funktionsfähige Versickerung des gereinigten Abflusswassers gewährleistet werden. Das Wasser soll dazu entsprechend am Ort der Entstehung behandelt und versickert werden.

Mehr als eine optimale Reinigungsleistung

In der Praxis setzen die Projektteilnehmer dafür auf Geo-Verbundstoffe, die ihre Reinigungs- beziehungsweise Sorptionsleistung mit Blick auf petrochemische Produkte und andere Schadstoffe bereits unter Beweis gestellt haben. Nun gilt es, diese Komponenten und Filterstufen möglichst effizient miteinander zu verbinden und zu kombinieren, um nicht nur eine optimale Reinigungsleistung zu erhalten, sondern gleichzeitig zu gewährleisten, dass das anschließend saubere Niederschlagswasser auch abfließen kann.

Austausch und Rückbau des modularen Systems

Um zunächst die einzelnen Komponenten des modularen Systems zu entwickeln, werden aktuell Prüfstände konstruiert und im Hinblick auf ihre Eigenschaften beprobt. Für die Pilotversuche wurden gemeinsam mit der Stadt Münster mögliche Testflächen bestimmt und bewertet. Ausgewählt wurden drei Untersuchungsgebiete mit unterschiedlichen Charakteristiken. Durch die Laboruntersuchungen und Pilotversuche soll zudem die Leistungsfähigkeit des Systems im halbtechnischen und im Groß-Maßstab nachgewiesen werden. Hierbei steht vor allem die Frage im Vordergrund, ob der aktive Geo-Verbundstoff auch bei entsprechender Dimensionierung für einen möglichst langen Zeitraum und trotz ständigen Schadstoffeintrags seine Arbeit zuverlässig leistet. Doch auch mit einem Austausch und Rückbau des modularen Systems beschäftigen sich die Forscher in dem Projekt und wollen Prozesse und Verwertungskonzepte entwickeln, die eine möglichst hohe Recyclingquote zulassen.



Facts & Figures

810.542 Mio Euro Gesamtinvestition
davon:
400.717 Euro EFRE Fördermittel
287.780 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

Fachhochschule Münster
Huesker Synthetic GmbH


Schwerpunkt

Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen


Laufzeit

01.06.2019 - 31.05.2022