EFRE erleben: Fast 100 Teilnehmer bei Projektreise durchs Ruhrgebiet

Der Europäische Fonds  für regionale Entwicklung (EFRE) stellt Mittel bereit, um Projekte zu unterstützen, die das Wirtschaftswachstum Nordrhein-Westfalens fördern und zu einer höheren Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger beitragen. Was EFRE konkret bewirkt und was die Fördermittel schon bewegt haben, konnten am 22. Januar 2017 fast 100 Teilnehmer auf einer spannenden Reise hautnah erleben.

Wer komplexe Sachverhalte einfach erklären möchte, der macht sie am besten anschaulich. Unter diesem Gedanken haben sich am Sonntag, den 22. Januar, fast 100 Teilnehmer auf eine Reise durch das Ruhrgebiet gemacht. Unter dem Motto „Europa in meiner Region – Erleben Sie Europa vor Ihrer Haustür!“ hatte die EFRE-Verwaltungsbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen eingeladen, unterschiedliche EFRE-Projekte zu besuchen.

Jede Region in Europa hat ihre ganz besonderen Eigenheiten und steht vor individuellen Herausforderungen für die Zukunft. Stärken stärken, Schwächen mildern – und somit auf Dauer Ungleichgewichte zwischen den Regionen ausgleichen: Dies ist das Ziel der europäischen Kohäsionspolitik. Ein wichtiger Teil davon ist der EFRE. In NRW finanziert er Maßnahmen, die dazu beitragen, Betriebe wettbewerbsfähig zu machen und Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen zu schaffen. Außerdem unterstützt der EFRE Maßnahmen, die Innovationen, Forschung und technologischen Entwicklung voranbringen, einen Beitrag zum Klimaschutz und dem Schutz der Umwelt leisten und die Kommunen in NRW dabei unterstützen, benachteiligte Gruppen zu integrieren und die Städte und Quartiere lebenswerter zu gestalten.
Im Blick stehen also ein stärkeres Wirtschaftswachstum und mehr Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger. Im Zeitraum von 2014-2020, der aktuellen Förderperiode des EFRE, stehen dafür rund 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung, die sich aus Mitteln der Europäischen Union, des Landes NRW sowie weiterer öffentlicher und privater Mittelgeber zusammensetzen. Es handelt sich damit um das größte Wirtschafts- und Strukturförderungsprogramm des Landes NRW.

Was genau der EFRE bislang bewirkt hat, ist auf der Projektreise anschaulich und praxisnah sichtbar geworden. Schon der Start- und Treffpunkt der Tour konnte überzeugen: Die MST.factory dortmund im Süden Dortmunds ist auf einer ehemaligen Industriebrache entstanden. Finanziert mit Mitteln des EFRE bietet sie jungen Unternehmen mit Räumen, modernen Maschinen und in einem professionellen Umfeld eine entscheidende Starthilfe und erleichtert ihnen den Weg zur Entwicklung marktreifer Produkte der Mikro- und Nanotechnologie.
Guido Baranowski, Leiter der MST.factory, stellte das im April 2005 eröffnete innovative Projekt nicht nur vor, sondern erläuterte auch, wie es entscheidende Impulse zur Bildung eines neuen und jungen unternehmerischen Milieus setzt. Dabei ist die MST.factory ein Bestandteil des Phoenix-Projektes, das sich zum Ziel gesetzt hat, aus dem gesamten einstigen Industriegelände, rund fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt gelegen, einen zukunftsweisenden Technologiestandort zu machen. Herr Michael Lenkeit von der Wirtschaftsförderung Dortmund veranschaulichte den Teilnehmern sehr beeindruckend, welche Entwicklung auf dem Gelände stattgefunden hat.

Mit Bussen ging es für die Teilnehmer anschließend zur nächsten Station – dem Dortmunder U, das 2010 im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 eröffnet und inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Kurt Eichler, Geschäftsführer der Dortmunder Kulturbetriebe, erklärte hier, dass das Dortmunder U ein wichtiges Symbol für den Strukturwandel in der Stadt geworden ist.  Das Gebäude beherbergt neben  Kunst und Kultur auch eine Plattform für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

So spannend wie die Reise begonnen hatte, wurde sie auch fortgesetzt. Weitere Station war das Stadtquartier Bickern/Unser Fritz mit der Künstlerzeche „Unser Fritz 2/3“ als Ort der Kunst und des kulturellen Austauschs. „Die Entwicklung des Standortes dient insbesondere dazu, die Stadt und das Quartier lebenswerter zu gestalten und somit den Bürgerinnen und Bürgern mehr Lebensqualität zu vermitteln“, so Herr Jens Blome, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins.

Letzter Besuchspunkt war das BioMedizinZentrum Bochum, das jungen Unternehmen unter anderem moderne Büro- und Laborräume zu günstigen Konditionen anbietet. Hier stellte Herr Gregory Rall von der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Bochum auch den Biomarker-Chip für das Parkinson-Syndrom vor. Ein Chip der die Krankheit anders als bislang (durch aufwändige Gentests)durch einen einfachen, minimal invasiven diagnostischen Bluttest nachweisen soll.

Herr Dr. Michael Henze, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium und Herr Prof. Rolf Heyer, Geschäftsführer der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Bochum vermittelten den Teilnehmern während der Busfahrten interessante Hintergrundinformationen zur Regional- und Strukturpolitik in Nordrhein-Westfalen.

Mit einer positiven Bewertung seitens der Teilnehmer ging an der MST.factory schließlich ein spannender Tag zu Ende, der durch die anschaulich beschriebenen und präsentierten Beispiele für den Einsatz von EFRE-Mitteln bei vielen der Mitreisenden, darunter Vertreter aus Brüssel , einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Weitere Informationen zum EFRE-Förderprogramm, konkrete Ausschreibungen und Praxisbeispiele finden Sie online unter: www.efre.nrw.de.