Arzneimittelkonto NRW

Digital die Sicherheit von Medikamenten verbessern

Mit zunehmendem Alter oder aber bei komplexen Krankheiten steigt oft die Zahl der Medikamente, die Patienten einnehmen müssen. Solche sogenannten multimorbiden Patienten haben in der Regel mehrere verschiedene Ärzte, von denen sie behandelt werden. Eine Herausforderung liegt dabei darin, den Überblick über die verabreichten Medikamente zu behalten: Was hat Arzt A bereits gegeben? Welches Medikament verträgt sich nicht mit dem Medikament, das Arzt B gerne verordnen würde? Je mehr Ärzte sich um einen Patienten kümmern, desto größer wird das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Grund von Wechselwirkungen, Unverträglichkeiten, Kontraindikationen oder Doppelverordnungen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor

Hier ist die richtige Arzneimittelsicherheit gefragt - sie umfasst alle Maßnahmen, die getroffen werden können, um den richtigen Gebrauch von Arzneimitteln zu gewährleisten: Mit dem Ziel, unerwünschte Arzneimittelereignisse insbesondere in Folge von Medikationsfehlern zu vermeiden und damit das Risiko für Patienten zu minimieren. Die Gesamtmedikation zu kennen, ist daher für die behandelnden Ärzte und Apotheker, aber auch für Patienten und Angehörige ein wichtiger Erfolgsfaktor und entscheidend für eine effiziente und hochwertige Behandlung.

Aus diesem Grund haben sich fünf Projektpartner zusammengetan - die CompuGroup Medical Managementgesellschaft, Pharmatechnik, Lauer-Fischer, Universität Bielefeld und die Knappschaft, - um gemeinsam und gefördert unter anderem von EFRE, das Arzneimittelkonto NRW zu realisieren. Das Arzneimittelkonto ist eine digitale patientenindividuelle Akte, mit der die Medikation gemanagt werden kann. Hier werden übergreifend Medikationsdaten von teilnehmenden Ärzten, Apothekern und Pflegeeinrichtungen zusammengetragen. Die Patienten können diese Daten über eine App einsehen und ergänzen - und auch die noch wenig genutzten Bundesmedikationspläne können problemlos in das Arzneimittelkonto übertragen werden. Bei jeder Änderung der Medikation werden mögliche Wechselwirkungen der Präparate automatisch geprüft. Der Patient kann sich auf Basis dieser Warnmeldung qualifiziert von seinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Mehr Zeit für die Betreuung der Patienten

Das Arzneimittelkonto mit seinem automatischen Check eignet sich dabei sowohl für ambulante als auch für Heimpatienten. So stellt das Arzneimittelkonto einen wichtigen Schritt dar: Durch den digitalen Austausch von Medikationsdaten werden manuelle Fehler vermieden und es steht in den Heimen mehr Zeit für die Betreuung der Patienten zur Verfügung. In Kombination mit automatisierten Medikamenten-Checks unmittelbar bei der ärztlichen Verordnung und vor der Ausgabe des Medikaments in der Apotheke oder in der Pflegeeinrichtung, können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) verhindert werden. Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass auch die Gesamtmedikation bei den im Projekt Arzneimittelkonto NRW betreuten Patienten reduziert werden konnte.

 



Facts & Figures

4.947.560 Euro Gesamtinvestition
davon:
2.012.889 Euro EFRE Fördermittel
135.462 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

Universität Bielefeld 
Pharmatechnik GmbH Co.KG 
Lauer-Fischer GmbH 
CompuGroup Medical Managementgesellschaft mbH 
Knappschaft - Hauptverwaltung


Schwerpunkt

Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen


Laufzeit

12.04.2016 - 11.04.2019