3D-Kompetenzzentrum Niederrhein – Additive Technologien in der Fertigung als Innovations- und Wachstumsmotor für die Region

Additive Fertigungsverfahren, auch als 3D-Druck bezeichnet, rücken immer weiter in den Fokus der industriellen Anwendung und stellen ein bedeutendes Potenzial für die mittelständische Industrie in Deutschland dar. Dieses Potenzial reicht vom Prototypenbau bis zur Fertigung von Endprodukten. Neue Produkte können schneller entwickelt und hergestellt werden.  Additive Fertigungstechnologien können deshalb ein branchenübergreifender Innovations-und Wachstumsmotor für die Region sein.

Um das Thema „3D-Druck“ in ihr Studienangebot zu integrieren und in der Region zu verankern, haben die drei nordrhein-westfälischen Hochschulen Rhein-Waal, Ruhr West und RWTH Aachen jeweils ein Konzept des Massachusetts Institute of Technology (MIT) adaptiert, das weltweit mit steigender Tendenz umgesetzt wird und hochgradig vernetzt ist: das FabLab.

Der Begriff FabLab bezeichnet eine High-Tech-Werkstatt, die Personal Fabrication individuell sowie gemeinschaftlich nutzbar macht und die weitere Verbreitung fördert. Durch die Verknüpfung offener Innovationsprozesse mit Personal Fabrication-Technologien sind sie Teil einer langfristigen Vision zukünftiger Industriegesellschaften, die von individueller und dezentraler Produktentwicklung und -herstellung geprägt ist.

Die beteiligten drei Hochschulen als Projektpartner beginnen nun - als nächsten Schritt – mit dem Aufbau eines zentralen 3D-Kompetenz- und Weiterbildungszentrums Niederrhein. Es dient als Knotenpunkt der bereits vorhandenen Initiativen und soll die Produktionsmöglichkeiten der FabLabs nutzen. Zentrale Aufgabe ist die curriculare Verankerung von Digital Manufacturing-Kompetenzen  in unterschiedlichen Studiengängen. Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation ist die Etablierung der Fab Academy, dem internationalen Ausbildungsprogramm des MIT rund um digitale Fabrikation. Dieses Programm dauert jeweils ein halbes Jahr und findet ab Anfang 2017 auch im FabLab Kamp-Lintfort statt.

Mitarbeiter des 3D-Kompetenzzentrums knüpfen und unterhalten Kontakte zu Unternehmen, die 3D-Technologien einsetzen oder daran interessiert sind und entwickeln Bildungsangebote für Industrie und Handwerk. Sie sind auch Ansprechpartner für Lehrer und Schulen und entwickeln Unterrichtsmaterialien und Konzepte für Workshops zu verschiedenen Aspekten des Digital  Manufacturing.

Im 3D-Kompetenz- und Bildungszentrum Niederrhein sollen Konzepte wie FabTec (Entwicklung neuer Fabrikationstechnologien mit und für Firmen), FabEvent (Fablab als Erlebnis für Firmen), FabTrain (Fablab for Training) und FabMake (Fablab for Makers) entwickelt und erprobt werden. Ziel ist es, wichtige Innovationstreiber aus Wissenschaft, etablierten Unternehmen und Start-ups so zusammenzubringen, dass sie Anwendungen im Bereich der Additiven Fertigung für Wirtschaft und Gesellschaft nutzen können. Da mit den additiven Fertigungsverfahren neue Geschäftsmodelle realisierbar sind (Stichworte Production on Demand, Production on Site, Produkte ohne eigenen Maschinenpark), können auch neue unternehmerische Projekte initiiert werden.

In unterschiedlichen Veranstaltungsreihen für  verschiedene Zielgruppen werden die Möglichkeiten additiver Fertigungsverfahren (3D-Druck) vorgestellt, neue technologische Entwicklungen präsentiert und ihre ökonomische und gesellschaftliche Relevanz diskutiert. Diese Reihen reichen von Veranstaltungen zur betrieblichen Weiterbildung in Kooperation mit den IHKs, Handwerks-, Ärzte- und Architektenkammern bis zu überregional bedeutsamen Vorträgen von Experten aus dem internationalen FabLab-Netzwerk (Fab Talks).

Der laufende Austausch der Mitarbeiter des 3D-Kompetenzzentrums mit Partnern an anderen Hochschulen, Vertretern der Wirtschaft sowie Kollegen im weltweiten FabLab-Netzwerk erlaubt ein stetiges Nachjustieren von Lehr- und Ausbildungsinhalten entsprechend den neuen, sich entwickelnden Anwendungsbereichen der 3D-Fertigungsverfahren und den damit einher gehenden Bedürfnissen der Nutzer.

Die Übertragbarkeit der Handlungsansätze, die im Rahmen des Projektes entwickelt werden, ist ein  wesentlicher Bestandteil der Konzeption. Durch die Verknüpfung der relevanten Akteure wie Hochschulen, Schulen, Unternehmen und weiteren Institutionen kann das  Vorhaben als Vorbild für andere Regionen dienen und Best-Practice-Beispiele entwickeln,  die die Wettbewerbsfähigkeit  der Wirtschaft in NRW positiv beeinflussen. Die Landesregierung fördert das Kooperationsprojekt der Hochschule Rhein-Waal in Kleve mit den Projektpartnern Hochschule Ruhr-West (Mülheim a.d. Ruhr/Bottrop) und der RWTH Aachen mit 3,3 Millionen Euro. Damit ist es das Projekt mit dem höchsten Fördervolumen im Rahmen des Aufrufs Regio.NRW. Die Fördermittel für das Projekt stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln.



Facts & Figures

3.714.287 Euro Gesamtinvestition, davon:
1.857.143 Euro EFRE Fördermittel
1.485.715 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

Hochschule Rhein-Waal
Hochschule Ruhr West
RHTWH Aachen 


Schwerpunkt

Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation


Laufzeit

01.07.2016 bis 30.06.2019