Smart Service Power – Altwerden und selbstständig bleiben

Lambert van Nistelroij EU Jury-Chef, Dr. Bettina Horster, Milena Boycheva Verwaltungsbehörde OP EFRE NRW, Michaela Bonan, Corina Cretu EU Kommissarin (v. l. n. r.)

Die Stadt Dortmund und das Konsortium rund um die VIVAI Software AG hat den demographischen Wandel weltweit erstmals in den Fokus einer digitalisierten "Smart City" gestellt und das zahlt sich jetzt aus. "Wir sind echte Pioniere, wir wollten etwas ganz neues in den Fokus unserer smartifizierten Stadt stellen - nicht die ewig gleichen Themen wie Energieeffizienz, Lenkung der Verkehrsströme, oder die Mobilität", sagt Dr. Bettina Horster, Vorstand der VIVAI Software AG und Projektleiterin von Smart Service Power (SSP).

Dies war auch der Grund, warum die EFRE-Verwaltungsbehörde im Wirtschaftsministerium des Landes NRW das Projekt Smart Service Power für den seitens der Europäischen Kommission ausgelobten RegioStars Wettbewerb vorgeschlagen hat. Es ist nicht möglich, sich selber für diesen Preis zu bewerben. "Herzlichen Glückwunsch an das Projektkonsortium "Smart Service Power", das jetzt von der Jury zum Gewinner des diesjährigen Regio Star Awards gekürt wurde. Das Projekt, das die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung nutzt, um ein innovatives Konzept umzusetzen, gehörte bereits im EFRE-Wettbewerb "IKT.NRW" zu den herausragenden Vorhaben und wird deshalb durch EU- und NRW Landesmittel gefördert", freut sich Frau Dr. Schumacher über die erfolgreiche Platzierung des Projekts aus Nordrhein-Westfalen.

Die Projektidee

Wer heute übers Älterwerden nachdenkt, der hört vor allem immer wieder ein Wort: Pflegenotstand. Dahinter verbergen sich eine ganze Reihe von durchaus komplexen Problemen. Die Menschen werden zwar älter, bleiben dabei aber nicht unbedingt fitter als noch vor ein paar Jahren. Es gibt viel zu wenige Pflegekräfte, um sich um all die alten und hilfsbedürftigen Menschen auch angemessen kümmern zu können und dieie Kosten der Daseinsfürsorge explodieren geradezu. Mit dem Projekt "Smart Service Power" wollen die Entwickler intelligente Systeme miteinander verbinden und so ein altersgerechtes, technikgestütztes und vor allem möglichst lange selbstständiges Wohnen im Quartier ermöglichen.

Was also kann man tun? Am besten dafür sorgen, dass ältere Menschen erst gar nicht in die Situation kommen, auf Hilfe angewiesen zu sein, könnte die Antwort lauten. Und genau daran arbeitet das Projekt "Smart Service Power", das unter anderem vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert wird. Das ehrgeizige Ziel: Die Menschen sollen im Alter möglichst lange selbstständig leben können.

Wie das konkret funktionieren kann, daran arbeiten die Projektinitiatoren derzeit zusammen mit ihren Partnern, zu denen unter anderem die ViVAI Software AG, als Konsortialführerin, die Fachhochschule Dortmund, die Dortmunder Gesellschaft für Wohnen und das Fraunhofer-inHaus-Zentrum Duisburg , der Pflegedienst Hübenthal und die InHaus GmbH zählen. Mit dabei sind außerdem die Barmer Krankenkasse, die Stadt Dortmund und viele andere mehr. Gemeinsam entwickeln sie das System "Smart Service Power". Durch eine intelligente Digitalisierung sowie smarte und miteinander vernetzte Geräte soll ein altersgerechtes und technikgestütztes Wohnen im Quartier ermöglicht werden.

In der Praxis bedeutet das, vor allem viele Dinge zusammenzubringen und miteinander zu kombinieren, die es heute schon gibt, die aber in ihrer Anwendung teils noch vereinfacht werden müssen oder aber Schnittstellen zueinander brauchen. Die wichtigsten Anwendungsfälle sind dabei die Sturzkontrolle, die Messung des Flüssigkeitshaushalts des Bewohners, die Medikamenteneinnahme und die Messung der Vitalwerte. Realisiert werden diese Anwendungen durch spezielle Sensoriken aus der aktuellen Anwendungsforschung. Das sind beispielsweise der intelligente Sturzsensor, der in die Deckenbeleuchtung integriert ist,. Blutdruckmessegeräte, die ihre Ergebnisse in die Datenbank schicken. Notrufsysteme, die den Gesundheitszustand des Bewohners überwachen und Alarm schlagen, wenn es ein Problem gibt. Dienstleistungen wie ein Wäscheservice, der ganz einfach per Sprachassistenten ohne viele Zwischenschritte gerufen werden kann.

Indem die Entwickler von "Smart Service Power" all diese Systeme zusammenbringen und miteinander kombinieren, wollen sie nicht nur besser auf die Bewohner reagieren können, sondern Verläufe, Zusammenhänge und Veränderungen erkennen können, um aktiv zu agieren und schwierige oder gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Intelligente Programme erkennen Notfälle in der Wohnung und ermitteln Bedarfe der Bewohner ganz von allein.

Außerdem wollen die Forscher im Rahmen ihres Projektes herausfinden, wie ein solches System wirtschaftlich funktionieren kann und dafür entsprechende Vorschläge für Geschäftsmodelle entwickeln.

Projektvideo Smart Service Power

Impressionen von der Preisverleihung

Die Finalisten 2017

10 Jahre RegioStarsAward

Zur Meldung der EU-Kommission

Mehr zum RegioStarsAward der Europäischen Kommission



Facts & Figures

1.384.386 Euro Gesamtinvestition
davon:
692.193 Euro EFRE Fördermittel
276.877 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

VIVAI Software AG (Konsortialführung)
Fachhochule Dortmund
DOGEWO 21
Fraunhofer InHaus Zentrum
Pflegedienst Hüberthal Dortmund
InHaus GmbH


Schwerpunkt

Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen


Laufzeit

14.10.2016 - 30.09.2019