Smart Heating – Intelligente Industrieöfen

Industrieöfen zählen zu den größten Energieverbrauchern in Deutschland. Diese Öfen intelligenter zu machen, möglichst regenerative Energien für ihren Betrieb zu nutzen und so gleichzeitig die Umwelt zu schonen, sind die Ziele des Projektes „SmartHeating“, das aus EFRE-Mitteln gefördert wird.

Die Herausforderung ist enorm: Allein in den vergangenen 30 Jahren ist der weltweite Verbrauch von Rohstoffen zur Energiegewinnung um rund 70 Prozent gestiegen – und Prognosen gehen davon aus, dass er bis 2030 um weitere 30 Prozent steigen wird. Gleichzeitig aber soll in Deutschland noch bis zum Jahr 2020 eine Reduzierung des Treibhausgases CO2 um 40 Prozent erreicht werden, bis zum Jahr 2050 soll der Ausstoß des klimaschädlichen Gases sogar halbiert werden. Diese beiden Entwicklungen passen augenscheinlich nicht zusammen und lassen sich nur übereinbringen, wenn die Effizienz besonders in energieintensiven Prozessen extrem gesteigert wird.

Ein Ansatzpunkt dafür sind sogenannte Thermoprozessanlagen und Industrieöfen – also wärmeproduzierende Anlagen – die aktuell etwa 40 Prozent der industriell genutzten Energie ausmachen und dabei Kosten in Höhe von rund 30 Milliarden Euro jährlich produzieren. Dabei ist der Energieverbrauch einer modernen Anlage gegenüber einem alten Modell um zirka 30 Prozent geringer – kein Wunder also, dass Europas führende Industrieofenbauunternehmen und Betreiber bereits viele Modernisierungen in den Bereichen Isolierung, Abwärmenutzung und Beheizungssysteme auf den Weg gebracht haben.

Aus diesen Herausforderungen ergibt sich für Anlagenbauer die Chance, flexible und energiesparende Systeme zu entwickeln. Ein neuer Ansatz dabei ist das nachträgliche Ausrüsten bestehender gas- oder ölbetriebener Öfen mit elektrischen Heizsystemen oder Induktionsheizungen. Aktuell nutzen viele Betriebe diese Möglichkeit, um Energiekosten zu sparen oder die Leistung in der Produktion zu steigern. Dabei allerdings besteht gerade in Deutschland das Problem, dass es auf Seiten der Stromabnehmer und mit Blick auf die Einspeisung regenerativer Ideen noch viel zu wenig Flexibilität gibt. Auf den Punkt gebracht: Regenerative Energie wird je nach Wind, Wetter und Sonne in unterschiedliche großen Mengen produziert und in das Netz eingespeist. Doch genau diese Energie zu nutzen ist der Schlüssel für eine effiziente und ökologische Produktionsweise.

An diesem Punkt setzt das von EFRE geförderte Projekt „SmartHeating“ an. Hier entwickeln Ingenieure der ASINCO GmbH gemeinsam mit der KBD Engineering GmbH als Partner ein neues, hybrides Wärmekonzept, das sowohl einen fossilen als auch einen elektrischen Betrieb von Industrieofenanlage ermöglicht. Eine zusätzliche Steuerungseinheit übernimmt dabei die optimale Regelung sowie das Energiemanagement und sorgt so für die effizienteste Arbeitsweise: Elektrisch wird die Anlage in den Momenten genutzt, wenn im Netz ausreichend Strom aus regenerativen Energien bereitsteht – andernfalls schaltet das System automatisch auf den internen Gas- oder Ölbetrieb um, was ökologisch sinnvoller ist, als Strom zu nutzen, der in Kohle- oder Kernkraftwerken produziert worden ist.

Durch die Nachrüstung von Industrieöfen mit elektrischen Heizelemente und die gleichzeitige möglichst optimale Nutzung regenerativer Energien lassen sich so für die Betreiber nicht nur Kosten sparen und die Produktion steigern – auch die Umwelt profitiert von dieser Effizienzsteigerung. Und Deutschland kommt seinem Ziel ein Stück näher, möglichst wenig schädliches CO2 zu produzieren.



Facts & Figures

754.200 Euro Gesamtinvestition,
davon:
235.687 Euro EFRE Fördermittel
141.412 Euro Landesmittel


Kontakt

ASINCO GmbH


Schwerpunkt

Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation


Laufzeit

10.03.2016 - 09.09.2018