FlexiEnergy

Flexible Gestaltung von Energienetzen

Eine sektorübergreifende Planung von Energienetzen, unter Berücksichtigung von Strom, Gas, Fernwärme und Mobilität, bietet die Möglichkeit, Synergien zwischen verschiedenen Energieträgern zu nutzen und Energiesysteme sowohl kosteneffizienter als auch CO2-ärmer zu gestalten. Wie das in der Praxis funktionieren kann und welche Handlungsempfehlungen sich daraus für Unternehmen und Politik ableiten lassen, hat das Verbundprojekt FlexiEnergy untersucht.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Energie. Gleichzeitig sind fossile Energieträger wie Öl und Gas nicht nur begrenzt – ihre Nutzung verhindert das Erreichen der Klimaschutzziele und die Begrenzung der Erderwärmung. Daher hat die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende das Ziel ausgegeben, den Anteil an Strom aus Wind und Sonne am Bruttoendenergieverbrauch von derzeit rund 15 Prozent auf 60 Prozent im Jahr 2050 zu steigern. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zudem stellt sich die Frage, wie unter einer zunehmend volatilen Energieerzeugung das künftige Energiesystem gestaltet werden soll.

Fest steht: Eine sektorübergreifende Planung von Energienetzen, also eine integrierte Berücksichtigung von Strom, Gas, Fernwärme und Mobilität, bietet die Möglichkeit, Synergien zwischen verschiedenen Energieträgern zu nutzen und Energiesysteme sowohl kosteneffizienter als auch CO2-ärmer zu gestalten. Dadurch kann auch in Zukunft die Stabilität der Netze gewährleistet werden. Durch eine integrierte Planung steigt jedoch auch die Planungskomplexität, da viele unsichere Einflussfaktoren mit ihren Wechselwirkungen sowie unterschiedliche Interessen von beteiligten Akteuren wie Versorgungsunternehmen, Netzbetreiber und Politik im Planungsprozess berücksichtigt werden müssen.

Deshalb haben sich die Partner Universität Paderborn (vertreten durch den SICP und das NEK), die Rechenzentrum für Versorgungsnetze Wehr GmbH, die UNITY AG, die WestfalenWIND GmbH, die Westfalen Weser Netz GmbH und der Verein Energie Impuls OWL in FlexiEnergy das Ziel gesetzt, ein Entscheidungsunterstützungssystem zu entwickeln, das alle Akteure in diesem Planungs- und Transformationsprozess unterstützt und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung von Energiesystemen liefert. Neben Empfehlungen zur Netzgestaltung wurden auch Empfehlungen zur Gestaltung von Geschäfts- und Tarifmodelle sowie ordnungspolitische Handlungsempfehlungen ermittelt.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde im Projekt zunächst ein Wissenssystem entwickelt, das die komplexen und unsicheren Einflussfaktoren einschließlich ihrer Wechselwirkungen abbildet und für den Entscheider transparent darstellt. Daraus können verschiedene Zukunftsszenarien abgeleitet werden, die es ermöglichen unterschiedliche Handlungsoptionen innerhalb des Entscheidungsprozesses zu berücksichtigen. Außerdem wurden Simulations- und Optimierungsmodelle für die integrierte Planung der Sektoren Strom, Gas und Wärme sowie Mobilität entwickelt, sodass möglichst robuste und flexible Lösungen zur Netzgestaltung identifiziert werden können.

Die Projektpartner gehen davon aus, dass sich im Zuge der Energiewende Wertschöpfungsanteile verschieben und sich neue Marktrollen sowie Geschäftsfelder ergeben. Daher wurden im Projekt ebenfalls innovative Geschäfts- und Tarifmodelle entwickelt, die sich zum Beispiel an sogenannte „Prosumer“ (ein Verbraucher, der gleichzeitig Produzent ist) richten oder auf neue Konzepte wie Quartiersnetze und Mieterstrommodelle eingehen.

In der Umsetzung wurde das Entscheidungsunterstützungssystem anhand von Fallstudien der beteiligten Projektpartner als Pilot umgesetzt. Dadurch wurden die entwickelten Methoden einem wichtigen Praxistest unterzogen und es entstanden konkrete Handlungsempfehlungen für Netzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen sowie Politik.

Weitere Informationen zum Projekt FlexiEnergy: www.flexi-energy.de.



Facts & Figures

2.449.182 Euro Gesamtinvestition
davon
1.211.447 Euro EFRE Fördermittel
469.902 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

Westfalen Weser Netz GmbH
Universität Paderborn
WestfalenWIND IT GmbH & Co. KG
UNITY AG für Unternehmensführung und Informationstechnologie
Energie Impuls OWL e.V.
Rechenzentrum für Versorgungsnetze Wehr GmbH (RZVN)


Schwerpunkt

Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen


Laufzeit

01.08.2018 - 31.12.2022