Emissionsfreie Innenstadt Bielefeld

Eine ganze Innenstadt emissionsfrei zu machen – um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, braucht es eine ganze Reihe kluger und nachhaltiger Maßnahmen. Die Stadt Bielefeld will das Experiment wagen und bis zum Sommer 2022 viele Projekte und Ideen verwirklichen. Dazu zählen zum Beispiel Radabstellanlagen in der Innenstadt, ein umweltschonenderer Nahverkehr, ein intelligenteres Parkraummanagement und eine City-Logistik, die vor allem auf sogenannte Hubs setzt.

Mehr Lebensqualität, Klimaschutz und die Gesundheit stehen im Vordergrund: Die Innenstadt in Bielefeld soll emissionsfrei werden – dieses ehrgeizige Ziel hat sich die Stadt gesetzt. Um es zu erreichen, setzt sie auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Maßnahmen und Projekte. So will sie zum einen die Anlagen für Rad- und Fußverkehr sicherer und komfortabler machen und ihnen Vorrang einräumen, zum anderen soll der öffentliche Nahverkehr umweltschonender ausgerichtet und mit mehr Raum organisiert werden. Außerdem sollen der motorisierte Individualverkehr reduziert und die Elektromobilität sowie eine emissionsarme Citylogistik unterstützt werden.

Ein erster konkreter Schritt ist, den motorisierten Individualverkehr im Bereich des zentralen Verkehrsknotenpunktes Jahnplatz zu reduzieren. Die entsprechenden Maßnahmen befinden sich bereits im Planungsprozess – und folgen dem übergeordneten Ziel, den Individualverkehr von aktuell 51 auf 25 Prozent in 2030 zu senken. Die Stadt erhofft sich dadurch auch kurzfristig positive Effekte, wie eine Verbesserung der Luftschadstoffwerte, der Lärmemissionen und eine Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Bis zum Projektende im Sommer 2022 plant die Stadt insgesamt Ausgaben in Höhe von rund 17,2 Millionen Euro – ein großer Teil davon Fördermittel, unter anderem aus den Mitteln des EFRE. Mit den Gelder soll unter anderem die bisherige Anzahl von ca. 1500 frei zugänglichen Fahrradstellplätzen in der Bielefelder Innenstadt auf mindestens 2000 erhöht werden. Hinzu kommen 300 zugangsgesicherte Einzelboxen und Fahrradkäfige für kurzfristige und dauerhafte Parkvorgänge von hochwertigen Rädern beziehungsweise Pedelecs. Die Boxen sollen mit einer Lademöglichkeit für Akkus ausgestattet sein, um dem steigenden Anteil von Elektrorädern Rechnung zu tragen.

Eine weitere Maßnahme ist die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Innenstadtbereich durch ein nachhaltiges Parkraummanagement. Dadurch sollen der Parksuchverkehr reduziert und die öffentlichen Stellflächen entlastet werden. Im öffentlichen Raum vorhandene Stellplätze sollen so angepasst werden, dass sie von Einzelhändlern, Dienstleistern, Kunden und Lieferanten optimal genutzt werden können. Darüber hinaus sollen auf Stellplätzen im öffentlichen Raum E-Fahrzeuge sowie Car-Sharing-Fahrzeuge privilegiert werden. Ein weiteres Ziel ist die effiziente Auslastung der öffentlichen und öffentlich zugänglichen Parkflächen.

Ein optimal dimensionierter Fuhrpark soll außerdem die Kosten für die Mobilität bei Stadtverwaltung und Stadtwerken senken. Gleichzeitig sollen die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und aktive Fortbewegungen gestärkt werden. Durch die gemeinsame, organisationsübergreifende Nutzung von Fahrzeugen und übertagbaren ÖPNV-Tickets soll die Auslastung der Mobilitätsressourcen der Verwaltung und der Stadtwerke Bielefeld Gruppe optimiert werden. In den gemeinsamen Fahrzeugpool werden verstärkt Elektrofahrzeugen eingebunden.

Auch die Kita- und Schulwegsituation soll sich verbessern – unter anderem durch zeitgemäße und witterungsgeschützte Fahrradabstellanlagen an den Schulen und Kitas im Planungsbereich der Innenstadt errichtet werden. Um die Bring- und Abholsituation für die Schulen und Kitas im zu verbessern plant die Stadt, potenzielle Standorte für sogenannte Elternhaltestellen zu identifizieren und umzusetzen.

Die Stadt Bielefeld beabsichtigt auch, ein intelligentes City-Logistik-Konzept mit räumlichem Fokus auf die Innenstadt einzurichten. Deshalb wurden bereits Ansätze zur Ausgestaltung der „letzten Meile“ untersucht, die wirtschaftlich, sozial und umweltverträglich ausgestaltet werden und mit deren Hilfe Verkehrsflüsse optimiert und Emissionen reduziert werden können. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden bereits Potentiale und Möglichkeiten aufgezeigt und eine Empfehlung für die Stadt Bielefeld erarbeitet. Dabei hat sich der Einsatz von Hubs im Stadtgebiet als besonders vielversprechend erwiesen.



Facts & Figures

17.955.646 Euro Gesamtinvestition
davon
8.977.823 Euro EFRE Fördermittel
7.182.258 Euro NRW Landesmittel


Projektpartner

Stadt Bielefeld


Schwerpunkt

Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes in Städten und Regionen


Laufzeit

01.04.2020 bis 30.06.2023