Delphi Electronics & Safety führt Wuppertaler Konsortium an, das sehende Fahrzeuge miteinander kommunizieren lässt

„Sagt ein Auto zum anderen: Du, ich habe gerade einen Fußgänger getroffen. Die sind langsamer als gedacht …“

Was aktuell allein als Einleitung zu einem Witz dienen kann, wird sich in nicht allzu naher Zukunft als realistisches Szenario darstellen. Denn Delphi plant mit Unterstützung von rund 1,6 Millionen Euro aus dem NRW-EU Ziel 2-Programm eine einschneidende Innovation im Bereich der (Auto-)Fahrer-Assistenzsysteme und der Verkehrssicherheit. Kernstück ist dabei die so genannte „Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation“ sowie die „Fahrzeug-zu-X-Kommunikation“, wobei X für Infrastrukturelemente wie Ampeln steht.

Als Koordinator in einem Konsortium mehrerer Wuppertaler Organisationen hat es sich Delphi-Projektleiter Dr. Su-Birm Park damit zur Aufgabe gemacht, die bisherigen Ergebnisse im Bereich der Fahrer-Assistenz-Forschung auf eine völlig neue Ebene zu befördern. MultimedialeSysteme wie Navigationshilfen, Parksensoren oder Wetterwarnungen gehören in vielen Fahrzeugen schon zur Serienausstattung. Die Entwicklungszyklen im Automotivebereich sind jedoch Welten von denen privater Mulitimedia-Anwendungen entfernt. „Die Anforderungen an Automobilelektronik sind immens hoch“, beginnt Dr. Park aufzuzählen. „Im Gegensatz zum normalen Rechnereinsatz muss das System beispielsweise Fehlfunktionen automatisch erkennen, melden, große Temperaturunterschiede aushalten und gegen Feuchtigkeit gewappnet sein“, umschreibt er anschaulich die Komplexität dieses Forschungsfeldes.

Doch das Entwicklungspotenzial auf diesem Gebiet ist enorm. Clou des Innovationsgedankens aus Wuppertal ist die Kombination von Kommunikation und Kameraeinsatz, um ein aktives Sicherheitssystem zu realisieren. Mittels Kameras sollen Hindernisse erkannt und das Suchergebnis auch an andere Fahrzeuge weitergeleitet werden, damit diese ebenfalls über Gefahren informiert sind. Hierzu beobachten die Sensoren des eigenen Pkw genauso wie die anderer Fahrzeuge das Umfeld des Autos, interpretieren die Situation vorausschauend und senden Bildinformationen, wie Bildbereiche oder Bildmerkmale an andere Fahrzeuge.

Die intensive Arbeit bei Delphi und den Partnern kann durch die Ziel 2-Fördermittel des Landes jetzt noch effizienter vorangetrieben werden, so dass Dr. Park die berechtigte Zuversicht verbreitet, in den kommenden drei Jahren ein serientaugliches Konzept vorzulegen, dass das Wuppertaler Entwicklungsteam in die Lage versetzt solche Systeme zu entwickeln und in die Produktion zu bringen. Damit wird der Standort nachhaltig aufgewertet. Resultat der intensiven Zusammenarbeit soll eine Lösung sein, die gewährleistet, dass die neue Technik den Einsatzbedingungen am Fahrzeug entspricht und die Anforderungen des Automobilbaus erfüllt. „Wir wollen intelligente Sicherheit für alle in den Verkehr bringen“, benennt Dr. Park das hoch gesteckte Ziel.

Und wenn die Autos tatsächlich untereinander sogar Witze austauschen können, ist dieses Ziel definitiv erreicht.

Die weiteren Projektbeteiligten neben der Delphi Electronics & Safety sind: Bergische Universität Wuppertal, CETEQ GmbH & Co. KG , Riedel Communications GmbH & Co. KG, Maschinenbau-Kooperation-Wuppertal/Global C GmbH, die Wirtschaftsförderung Wuppertal und die Volkswagen AG als passiver Partner.


Kontakt

Wirtschaftsförderung Wuppertal AöR
Dr. Rolf D. Volmerig
Tel. 0202/ 24807-20
volmerig(at)wf-wuppertal.de